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Casinos und Steuer

Casino ohne Steuer: Wir erklären, wann Gewinne aus dem Casino für private Spieler in Deutschland steuerfrei bleiben und wann nicht.

Anke Reinhardt

Geschrieben von Anke Reinhardt

5 Min. Lesezeit

Das gefällt uns / Das könnte besser sein

Das gefällt uns

  • Private Gewinne bleiben in aller Regel unangetastet vom Finanzamt, unabhängig von der Lizenz des Anbieters
  • Für die meisten Spieler reicht eine einfache Dokumentation über Kontoauszüge
  • Die Regel gilt gleichermaßen für Slots, Tischspiele und Sportwetten

Das könnte besser sein

  • Wird aus dem Hobby ein Gewerbe, entfällt die Steuerfreiheit vollständig
  • Krypto-Auszahlungen können bei kurzfristigem Umtausch eine eigene Steuerpflicht auslösen
  • Dieser Text ersetzt keine individuelle Steuerberatung

Ein „steuerfreies Casino" gibt es nicht, nur eine meist steuerfreie Auszahlung

Die Suche nach einem steuerfreien Casino geht fast immer von einem Missverständnis aus. Nicht der Anbieter ist steuerfrei oder steuerpflichtig, sondern die Auszahlung an den Spieler. Ob ein Casino eine Lizenz der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) hält, die seit 2021 Online-Slots in Deutschland reguliert, oder von Curaçao aus arbeitet, ändert an dieser Grundregel nichts. Die Lizenzfrage betrifft die Aufsicht über den Betreiber. Die Steuerfrage betrifft ausschließlich das Einkommen des Spielers.

Unsere Redaktion hat den Lizenzstatus von 24 auf dem deutschen Markt aktiven Marken mit dem jeweiligen Register abgeglichen, zuletzt am 30.08.2026. Dabei zeigt sich: lizenzierte und im Ausland regulierte Anbieter existieren nebeneinander, und für keinen von beiden ändert sich dadurch die steuerliche Behandlung der Gewinne ihrer Spieler. Wer nach Gewinne Casino Steuer sucht, sucht also eigentlich nach der eigenen Einkommensteuerpflicht, nicht nach einem Betreiber ohne Steuerlast.

Warum private Gewinne nicht zu den sieben Einkunftsarten zählen

Das Einkommensteuergesetz kennt sieben Einkunftsarten: aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit, nichtselbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie sonstige Einkünfte. Gelegentliches Glücksspiel taucht in keiner davon auf. Genau daraus leitet sich der oft zitierte Satz ab: Private Glücksspielgewinne sind für den Spieler in der Regel nicht einkommensteuerpflichtig.

Das gilt für Automatenspiele, Tischspiele wie Roulette oder Blackjack und für gelegentliche Pokerabende gleichermaßen. Der Betrag spielt dabei keine Rolle, solange das Spiel Freizeitcharakter behält. Ein einzelner großer Gewinn ändert daran nichts, eine Serie von Gewinnen mit System schon.

Wann aus dem Hobby ein Gewerbe wird

Die Grenze verläuft nicht bei einer Summe, sondern beim Verhalten. Finanzämter schauen auf Regelmäßigkeit, auf ein erkennbares System oder eine Strategie und darauf, ob die Einnahmen ein reguläres Einkommen ersetzen. Ein Spieler, der mehrmals wöchentlich mit fester Bankroll-Strategie Turniere spielt und davon lebt, bewegt sich in Richtung gewerblicher Tätigkeit nach § 15 EStG.

Dasselbe gilt für Einnahmen, die nicht aus dem Gewinn selbst stammen, sondern drumherum entstehen: Sponsoring, Streaming-Einnahmen, Affiliate-Provisionen. Diese sind unabhängig vom Spielausgang normales, zu versteuerndes Einkommen aus selbstständiger oder gewerblicher Tätigkeit. Wer nur gelegentlich am Wochenende spielt, muss sich darüber keine Gedanken machen.

Sportwetten: Wer zahlt die 5 % Wettsteuer wirklich

Bei Sportwetten kommt eine zweite Abgabe ins Spiel, die mit der Einkommensteuer des Spielers nichts zu tun hat. Nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz fällt eine Wettsteuer von 5 % auf den Einsatz an. Anbieter geben diese meist über die Quote an den Kunden weiter oder weisen sie gesondert aus.

Für den privaten Wettkunden bleibt der Gewinn selbst weiterhin einkommensteuerfrei. Die Wettsteuer ist eine Verkehrssteuer auf den Einsatz, keine Steuer auf den Ertrag des Spielers. Beide Abgaben laufen unabhängig nebeneinander und werden oft verwechselt, weil beide unter dem Stichwort Steuer und Glücksspiel auftauchen.

Kryptowährungen: die Auszahlung ist steuerfrei, der Umtausch nicht immer

Wird der Gewinn in einer Kryptowährung ausgezahlt, gilt zunächst dieselbe Regel wie bei Euro: Der Gewinn selbst bleibt für den privaten Spieler steuerfrei. Relevant wird es erst beim zweiten Schritt, dem Umtausch in Euro oder eine andere Währung.

Hält man die ausgezahlten Coins länger als ein Jahr, bevor man sie verkauft oder tauscht, ist die Wertsteigerung nach Ablauf der Spekulationsfrist gemäß § 23 EStG steuerfrei. Verkauft man innerhalb dieses Jahres mit Gewinn, zählt die Differenz als privates Veräußerungsgeschäft und ist steuerpflichtig. Die Steuer trifft dann nicht den Casinogewinn, sondern die Wertentwicklung der Kryptowährung danach.

Was das für die Steuererklärung bedeutet

Für gewöhnliche private Gewinne gibt es in der Steuererklärung keine eigene Zeile, und eine Angabe ist in der Regel nicht nötig. Anders sieht es aus, wenn Kontobewegungen auffällig werden und das Finanzamt nachfragt, etwa bei größeren, wiederkehrenden Einzahlungen auf ein privates Konto.

Für diesen Fall lohnt sich einfache Dokumentation: Auszahlungsbelege, Kontoauszüge und, wenn möglich, ein kurzer Verlauf der eigenen Ein- und Auszahlungen. Das ersetzt keine steuerliche Beratung. Bei Unsicherheit ist ein Steuerberater die richtige Anlaufstelle, nicht der Support des Casinos.

So ordnen Sie Ihre Situation steuerlich ein

Die folgende Übersicht zeigt typische Situationen und ihre steuerliche Einordnung. Sie ersetzt keine individuelle Prüfung, gibt aber eine erste Orientierung.

SituationSteuerlich relevant?Warum
Gelegentliches Automatenspiel oder TischspielNeinZählt nicht zu den sieben Einkunftsarten des EStG
Sportwette als FreizeitspielerNein für den GewinnDie Wettsteuer von 5 % betrifft den Einsatz, nicht den Gewinn
Pokerspiel mit System als HaupteinnahmequelleJaKann als Gewerbebetrieb nach § 15 EStG gelten
Krypto-Auszahlung, Coins über 1 Jahr gehaltenNeinSpekulationsfrist nach § 23 EStG abgelaufen
Krypto-Auszahlung, Verkauf mit Gewinn unter 1 JahrJa, für die WertsteigerungPrivates Veräußerungsgeschäft innerhalb der Frist
Zinsen aus angelegten GewinnenJaKapitalerträge sind unabhängig von der Herkunft steuerpflichtig

In fünf Schritten prüfen, ob Ihr Spiel noch privat ist

  1. Zählen Sie, wie oft Sie im Monat tatsächlich spielen.
  2. Prüfen Sie, ob Sie einer festen Strategie oder einem System folgen.
  3. Fragen Sie sich, ob die Gewinne ein reguläres Einkommen ersetzen.
  4. Bewahren Sie Auszahlungsbelege und Kontoauszüge mindestens ein Jahr auf.
  5. Holen Sie bei Zweifeln eine Einschätzung von einem Steuerberater ein, nicht vom Casino-Support.

Auszahlungsmethode und Steuerfrage haben nichts miteinander zu tun

Ob eine Auszahlung per Sofortüberweisung, paysafecard, Giropay, PayPal oder Kreditkarte erfolgt, ändert nichts an der steuerlichen Einordnung des Gewinns. Die Methode entscheidet über Geschwindigkeit und Mindestbeträge, nicht über die Steuerpflicht.

Wie schnell einzelne Methoden tatsächlich auszahlen, haben wir für diese Kategorie bislang nicht systematisch gemessen. Einen Überblick über die Kriterien, auf die es bei der Auszahlungsgeschwindigkeit ankommt, finden Sie in unserem Beitrag zu schnellen Auszahlungen. Wer stattdessen nach aktuellen Plattformen sucht, wird in unserer Übersicht zu neuen Online-Casinos fündig.

Was diese Seite nicht ersetzt

Dieser Text ist eine allgemeine Einordnung, keine Steuerberatung und keine Rechtsberatung im Einzelfall. Er bewertet auch keinen einzelnen Anbieter als lizenziert oder nicht lizenziert. Wie wir Lizenzen einzelner Marken prüfen und woher unsere Angaben stammen, beschreiben wir in der Methodik.

Wer merkt, dass Spielen mehr Zeit oder Geld beansprucht als geplant, findet bei der BZgA und unter check-dein-spiel.de kostenlose und anonyme Beratung.

Gut zu wissen

1

Belege sammeln

Screenshots von Auszahlungen und Kontoauszüge helfen, falls das Finanzamt bei größeren Kontobewegungen nachfragt.

2

Lizenz und Steuer trennen

Eine GGL-Lizenz oder eine Lizenz aus Curaçao ändert nichts an Ihrer eigenen Steuerpflicht als privater Spieler.

3

Krypto-Frist im Blick behalten

Halten Sie ausgezahlte Coins länger als ein Jahr, bevor Sie sie verkaufen, bleibt die Wertsteigerung nach § 23 EStG steuerfrei.

4

Bei Zweifeln zum Steuerberater

Der Casino-Support kennt Ihre steuerliche Situation nicht. Bei Unsicherheit hilft ein Steuerberater weiter.

Häufige Fragen

Sind Casino-Gewinne in Deutschland steuerfrei?

Für private Spieler in der Regel ja. Gewinne aus Glücksspiel zählen nicht zu den sieben Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes und bleiben deshalb einkommensteuerfrei, solange das Spiel Freizeitcharakter hat und kein Gewerbe daraus wird.

Gilt das auch bei einem ausländischen Anbieter?

Ja. Die Steuerpflicht hängt am Wohnsitz und Verhalten des Spielers, nicht am Sitz oder der Lizenz des Casinos. Ob ein Anbieter eine GGL-Lizenz hält oder aus dem Ausland reguliert wird, ändert an der Einordnung des Gewinns nichts.

Muss ich Gewinne in der Steuererklärung angeben?

Für gewöhnliche private Gewinne ist in der Steuererklärung keine gesonderte Angabe vorgesehen. Bei auffälligen, wiederkehrenden Kontobewegungen kann das Finanzamt nachfragen, deshalb lohnt sich einfache Dokumentation über Auszahlungsbelege und Kontoauszüge.

Ändert Krypto etwas an der Steuer?

Die Auszahlung selbst bleibt steuerfrei. Steuerpflichtig wird nur die Wertsteigerung, wenn Sie die Coins innerhalb eines Jahres nach § 23 EStG mit Gewinn verkaufen. Nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist ist auch der Verkauf steuerfrei.

Was ist mit Sportwetten-Gewinnen?

Der Gewinn des privaten Wettkunden bleibt einkommensteuerfrei. Getrennt davon erhebt der Staat eine Wettsteuer von 5 % auf den Einsatz, die der Anbieter abführt und meist über die Quote an den Kunden weitergibt.

Wie unterscheidet sich die Wettsteuer von der Einkommensteuer?

Die Wettsteuer ist eine Verkehrssteuer auf den Einsatz und wird vom Anbieter abgeführt. Die Einkommensteuer beträfe den Gewinn des Spielers, fällt bei privatem Spiel aber in der Regel gar nicht an. Beide Abgaben laufen unabhängig nebeneinander.

Ab wann gilt Pokerspiel als gewerblich?

Entscheidend sind Regelmäßigkeit, ein erkennbares System und ob die Einnahmen ein reguläres Einkommen ersetzen. Wer mehrmals wöchentlich mit fester Strategie spielt und davon lebt, bewegt sich in Richtung Gewerbebetrieb nach § 15 EStG.

Nach Kategorie

Inhalt

  1. Warum private Gewinne nicht zu den sieben Einkunftsarten zählen
  2. Wann aus dem Hobby ein Gewerbe wird
  3. Sportwetten: Wer zahlt die 5 % Wettsteuer wirklich
  4. Was das für die Steuererklärung bedeutet
  5. So ordnen Sie Ihre Situation steuerlich ein
  6. In fünf Schritten prüfen, ob Ihr Spiel noch privat ist
  7. Auszahlungsmethode und Steuerfrage haben nichts miteinander zu tun
  8. Was diese Seite nicht ersetzt

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